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Teilnahme an der 4. Kleinstaatenkonferenz in Malta, Sept. 2009

Karian Jenny und Petra Brunhart

Liechtensteins Frauen in Malta

Bereits zum vierten Mal fand der internationale Frauenkongress der Kleinstaaten Europas statt. Jedes Mal lud ein anderer Kleinstaat bzw. eine Frauenorganisation dazu ein. 2009 war es „National Council of Women in Malta“ unter deren Leitung der Kongress in Malta statt gefunden hat. Eingeladen waren Frauen, die sich in NGOs engagieren. Das Frauennetz Liechtenstein wurde durch Petra Brunhart und Karin Jenny in Malta vertreten.

 

Gender und Bildung in den Kleinstaaten Europas – dieses Thema beschäftigte etwa 30 Frauen aus acht Kleinstaaten (Luxemburg, Liechtenstein, Monaco, Andorra, Zypern, San Marino, Malta und Island) während zwei Tagen (25. und 26.9.2009) intensiv.

 

Setzten sich die Frauen am  25.9.2009 vor allem mit der Wirtschafts- und Finanzkrise auseinander, war der 26.9.2009 der Bildungsfrage gewidmet. Beide Aspekte wurden aus Frauensicht untersucht und bewertet. Was bedeutet die Finanz- und Wirtschaftskrise vor allem für Frauen? Haben Frauen heute überall gleichberechtigten Zugang zu Bildung?

 

Begleitet wurde die Veranstaltung durch Vertreter der UNESCO, dem Commonwealth Secretariat, Tourismus- und Kulturvertretern, Hochschule Malta und Wirtschaftsvertretern, die ihre Sicht in die Fragestellung einbrachten.

 

Dilemma oder Chance?

Zusammenfassend muss leider festgestellt werden, dass die Lage für die Frauen in Zeiten wie diesen nicht besser geworden ist. Das Gegenteil ist der Fall, staatliche Unterstützungen der Frauenorganisationen werden mit dem Hinweis auf die aktuelle Wirtschaftssituation schneller gekürzt. Frauen sind in allen Kleinstaaten mehr denn je gefordert, mit Kreativität, Kompetenz und Coolness sowohl ihre finanzielle Situation in persönlicher Hinsicht als auch im Bereich ihres meist ehrenamtlichen Engagements zu verbessern.

 

Dass es Humor braucht, dafür stand Island. Ein Staat, der aufgrund des Finanzkollaps pleite ist. Die Vertreterin Islands widmete sich dem Thema mit Humor, weil, wie sie meinte – etwas anderes gar nicht mehr helfe. Es blieb Frau das Lachen im Hals stecken, wenn man hörte, dass das einzige Bankinstitut, das von Frauen geleitet wurde, nicht in den Abgrund geführt wurde. Frauen dieses Institut mit Ehtik und Nachhaltigkeit leiteten und daher wohl auch überlebten. Nun aber, da es keine heile Männerwelt mehr gibt, stehen die Männer Schlange, um genau in dieser Bank mitzumischen. Es darf gelacht werden und es wurde gelacht. Entscheidendes Fazit aber – und das durch die Bank – Frauen können es, Frauen haben einen anderen Blick auf die Welt und sie handeln nachhaltiger. Eine für die Zukunft entscheidende Haltung.

 

Wo steht Liechtenstein?

Im Bereich Bildungsstandort für Frauen stellten die beiden Vertreterinnen Liechtensteins dem Land ein gutes Zeugnis aus. In einem ersten Teil zeigten sie auf, was Liechtenstein in den letzten 40 Jahren insgesamt zustande brachte. Insbesondere für Frauen hat sich die Welt in Liechtenstein relevant verändert. Waren erst 1969 vier junge Frauen Maturandinnen, sind es heute über 50% – die Hochschule Liechtenstein ist heute für den Bildungsstandort Liechtenstein ein eminent wichtiger Faktor. Gender und Diversity – das heisst die immer noch unterschiedlichen Zugänge zu Bildung zwischen Männern und Fauen aufzuheben, dafür hat die Hochschule Liechtenstein ein eigenes Frauenteam, das sich aktiv dafür einsetzt, dass Frauen aufholen können. Freilich war der Blick zurück oder auch jener in die Berufswelt, in der Frauen Familie und Beruf zu vereinbaren haben, weniger optimistisch, Petra Brunhart und Karin Jenny widmeten ihren Vortrag jedoch hauptsächlich der Frage, wohin die Reise geht, wenn Frauen dran bleiben.

 

Dieser Kongress war, wie schon vorhergehende, eine schöne Gelegenheit, sich mit Frauen anderer Kleinstaaten zu vernetzen und voneinander zu lernen.

 

National Council of Women ist auf diesem Weg noch einmal für das enorme Engagement und die Gastfreundschaft zu danken. Sie waren Gastgeberinnen von einer Herzlichkeit und Grosszügigkeit, die kaum mehr zu übertreffen sind. Den einzigen Wermutstropfen, den es zu schlucken galt, war ein volles Programm, das Herz und Hirn der Teilnehmerinnen bis an die Grenzen forderte.